Zitate Mai 2019

Medien-Zitate Mai 2019

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Mangelnde Self-regulation:

„Low self-regulation at age 5 in the BCS (Anm.: BCS = British Cohort Study) was linked with a greater likelihood of having a criminal conviction in adolescence or adulthood.“
Dr. Elizabeth A. Shuey u. a., „The Power and Promise of Early Learning“ (2018), S. 33

„Unbedankt alleine gelassen“:

„So viele Kinder wie noch nie zuvor verfügen mit dem Eintritt in die sogenannte Schulreife noch nicht einmal über ausreichendes Selbstmanagement, um überhaupt einem Unterricht folgen zu können, sind also schwer beschulbar. […] Doch Schule erhält weder Anerkennung dafür, noch Ressourcen. Pädagogen werden mit diesem unausgesprochenen Zusatzauftrag unbedankt alleine gelassen, müssen oft ganz nebenbei noch Bezugsperson, Sozialarbeiter oder Mediator sein.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, news4teachers.de am 5. Juli 2016

Ergebnis einer Befragung der LehrerInnen Baden-Württembergs:

„Von Fällen an der Schule, in denen Lehrkräfte in den letzten fünf Jahren körperlich angegriffen worden, wussten 13 Prozent der befragten Lehrkräfte […] Körperliche Gewalt haben vier Prozent der befragten Lehrkräfte in Baden-Württemberg am eigenen Leib erlebt. […] Von Fällen physischer Gewalt gegen Lehrerinnen und Lehrer berichten auch 16 Prozent der befragten Schulleiterinnen und Schulleiter.“
„BBW Magazin“ vom Mai 2019, S. 7

„Time-out-Klassen maßvoll eingesetzt eine sinnvolle Maßnahme“:

„Es ist meine ureigenste Aufgabe als Direktorin, ein Schulklima zu schaffen, wo man vernünftig, gut, partnerschaftlich miteinander umgeht. Aber trotzdem braucht’s
Zusatzmaßnahmen, weil manchmal trotzdem etwas eskaliert. Man kann mit Gesprächen allein nicht alles lösen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Politik des Vertuschens beenden!

„Die Lehrer werden von den neubenamsten Bildungsdirektionen alleingelassen. Wiener Lehrer berichten, es sei viele Jahre von oben nicht erwünscht gewesen, Gewaltvorfälle ans Licht zu bringen - Fälle, bei denen wie im HTL-Anlassfall auch der Migrationshintergrund durch- bzw. zuschlägt, schon gar nicht.“
Mag. Helmut Schliesselberger, Salzburger Nachrichten online am 11. Mai 2019

Viele bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zum Sozialverhalten im schulischen Kontext sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/disziplin nachzulesen.


PädagogInnen Freiheit zurückgeben:

„Pädagogische Freiheit ist die Voraussetzung für die Wahrnehmung pädagogischer Verantwortung. Wer die die pädagogische Freiheit von Lehrerinnen und Lehrern unterdrückt, mindert die Qualität von Unterricht, unterbindet personale Bildung und macht Schule zu einem Ort der organisierten Verantwortungslosigkeit.“
Dr. Matthias Burchardt, GBW-Tagung „Time for Change? Teil II: Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“,
Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019

Vertrauen in die Professionalität der Lehrkräfte – Finnlands „Erfolgsgeheimnis“:

„Parents trust teachers as professionals who know what is best for their children.“
OECD (Hrsg.), „Lessons from PISA for Korea“ (2014), S. 175

„Trusting teachers“:

„Trusting teachers also implies developing trust in the unique nature of the pedagogical relationship in which teachers and learners engage, which is also based on some degree of autonomy.“
Dr. Lucie Cerna, „Trust: What it is and Why it Matters for Governance and Education“ (2014), S. 32

Finnlands LehrerInnen werden „von oben“ kaum gestört:

„Once they are hired, teachers are free to manage their classrooms with little to no interference from the government or policy-makers.“
Kelly Lynch, „A Comparison of the American Common Core State Standards with the Finnish“ (2014), S. 45

Vertrauen Basis für Investitionen, Investitionen Basis für Erfolg:

„High-performing systems invest in the profession of teaching. When systems invest in teacher’s knowledge and skill, teachers are acknowledged as expert educators who are trusted to make judgements about practice and how to improve it.“
Univ.-Prof. Dr. Linda Darling-Hammond u. a., „Empowered Educators“ (2017), S. 238

Im Nationalen Bildungsbericht(!) nachzulesen, was vom Ministerium jahrelang abgestritten wurde:

„Im internationalen Vergleich sind die Bildungsausgaben in den nordischen Ländern Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden mit jeweils mehr als 7 % des BIP deutlich höher als in Österreich.“
BMBWF (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2018. Band 1“ (2019), S. 27

Zusätzliche Ressourcen notwendig:

„Eine Verbesserung unseres Schulsystems ist ohne zusätzliche Geldmittel einfach nicht möglich. Immerhin hat man den Anteil am BIP, der den Schulen zur Verfügung steht, im Zeitraum von 1999 bis 2014 von 4,2 % auf 3,1 % gesenkt.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2018, S. 5

Lehrerbashing als Unterstützung für Ressourcenentzug:

„The relationship between trust and individual support for public education expenditures might explain why high-trust countries are more likely have high levels of public expenditure.“
Dr. Nurullah Gur u. a., „In Public Education Expenditures We Trust: Does Trust Increase Support for Public Education Expenditures?“.
In: „Educational Sciences: Theorie & Practice“ (2015), 15(2), S.379

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Lehrkräfte in Ruhe arbeiten lassen, ihnen als Expertinnen und Experten von Schule, Erziehung und Unterricht mehr Vertrauen entgegen zu bringen, wäre das Gebot der Stunde.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 153

An die Menschen glauben!

„Eine wirksame Bildungspolitik müsste mehr an die Menschen glauben als an Systeme.“
Dr. Carl Bossard, Gründungsrektor der PH Zug, GBW-Tagung „Time for Change? Teil II:
Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019

Bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des Lehrerimages für den Erfolg des Unterrichts sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/image nachzulesen.


Die Lüge von den „Einzelfällen“ beenden!

„‚Wir haben an den Schulen ein Gewaltproblem. Es gibt einen qualitativen und quantitativen Anstieg von Gewaltphänomenen.‘ Das Spektrum reiche von verbaler Gewalt, Gewalt in sozialen Medien bis zu körperlichen Übergriffen: ‚Das passiert auch vermehrt gegenüber Lehrern.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Oberösterreichische Nachrichten online am 18. Mai 2019

Schluss mit dem Sparen an der Schule!

„‚Wenn ein Schüler suspendiert wird, sitzt er nur drei Wochen zu Hause. In einer Timeout-Klasse wird mit ihm gearbeitet.‘ Für diese Aufgabe brauche es aber eben auch speziell geschultes Personal. Zusätzlich.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Der Standard online am 16. Mai 2019

Seit fast zwanzig Jahren!

„In der Schweiz existieren schon seit fast zwanzig Jahren ‚Auszeit-Klassen‘, sogar ganze ‚Time-Out-Schulen‘. Sie sind in der Regel für schulpflichtige Kinder zwischen zehn und 16 Jahren gedacht. Meist sind Burschen in der Mehrheit. Wer alle Aufträge und Anweisungen im Klassenzimmer verweigert, ist ebenso ein ‚Auszeit‘-Kandidat, wie Dauer-Störer, die den Unterricht erheblich beeinträchtigen oder Mobber.“
Ganze Woche online am 14. Mai 2019

Höchste Zeit, das schulpolitische Time-out zu beenden!

„Gegen ein Problem, das man nicht sehen will, kann man auch nichts tun. Dabei muss bei Gewalt an Schulen sofort gehandelt werden. Nach einem langjährigen Time-out, das sich die Schulverwaltung bei dem Thema nahm, wird nun sinnigerweise an Time-out-Klassen gebastelt.“
Mag. Helmut Schliesselberger, Salzburger Nachrichten online am 11. Mai 2019

Konsequenteres Durchgreifen ermöglichen:

„Wir müssen tatsächlich den Schulen ein konsequenteres Durchgreifen ermöglichen. Suspendierungen und Ausschlüsse müssen rascher und unbürokratischer erfolgen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kronen Zeitung online am 12. Mai 2019

Der Schule Autorität und Respekt wiederzuerkennen:

„Lehrer, die fördern und fordern, sollten auch Konsequenzen setzen dürfen und dabei nicht immer gleich von Bürokratie erstickt werden. Sie brauchen Unterstützung von starken Schulmanagern sowie von der Schulbehörde. Sonst können weder Konflikte vernünftig gelöst, noch Unterrichtsziele erreicht werden.“
Chefredakteurin Dr. Martina Salomon, Der Kurier online am 11. Mai 2019

Erziehen erfordert Erziehungsmittel:

„Es gibt im Prinzip nichts zwischen einem beratenden Gespräch und der Versetzung in eine andere Klasse oder einem Schulverweis. Das ist so, als würde ich bei einem Autofahrer sagen, es gibt entweder eine Beratung oder einen Führerschein-Entzug.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Ganze Woche online am 14. Mai 2019

Kastrierte Pädagogik:

„Gewiss haben einzelne Lehrer in der Vergangenheit ihre Macht missbraucht. Aber es war völlig falsch, deswegen gleich alle zu kastrieren. Bei einer Wiederherstellung der Lehrer-Autorität ginge es natürlich nicht um Rohrstaberl- und Ins-Winkerl-Stell-Pädagogik, wie rote und pinke Politiker sofort gestänkert haben, sondern darum, den Lehrern echte Mittel der Disziplinierung in die Hand zu geben.“
Dr. Andreas Unterberger, Online-Journalist des Jahres 2010, www.andreas-unterberger.at am 13. Mai 2019

Mangel an Autorität:

„Begriffe wie Disziplin sind in Verruf gekommen. Als Partner der Erwachsenen sind Kinder jedoch überfordert. Sie sehen keine Autorität mehr. Daraus kann Respektlosigkeit entstehen.“
Axel Becker, Mediator für Gewaltprävention, t-online.de am 10. Oktober 2016

SchülerInnen und Unterricht verdienen Schutz:

„Wir müssen die Mehrheit der Schüler, die sich ordentlich benimmt und lernen will, von jenen Schülern, die einen Unterricht unmöglich machen oder gefährlich sind, schützen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung vom 19. Mai 2019

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Ein besonders großer Belastungsfaktor dürfte das wahrgenommene, mangelnde Prestige der Lehrkräfte in der Gesellschaft sein, verbunden mit einem Schlechtmachen in den Medien (Stichwort: ‚Lehrerbashing‘) und auch der nicht selten geäußerten Kritik seitens der Politik (Stichwort: ‚Dienstag-Mittag bin ich fertig‘, Wiens ehemaliger Bürgermeister Häupl) bzw. sogenannter Schul- und Bildungsexpertinnen und -experten, denen man oftmals diese Expertise nicht zuschreibt.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 47

Lehrerinnen und Lehrern schlägt „hochtrainierte Form von Ignoranz“ entgegen:

„Heute ist Lehrerbashing Volkssport. […] Eine Mischung aus Neid und Verachtung schlägt ihnen entgegen. Oft verbirgt sich dahinter eine hochtrainierte Form von Ignoranz.“
Dr. Christine Eichel, „Deutschland, deine Lehrer - Warum sich die Zukunft unserer Kinder im Klassenzimmer entscheidet“ (2014), S. 18

„Not just a nice to have“:

„Status is not just a nice to have, but something which can be a direct contributor to improved pupil performance – via an increased likelihood of more effective teachers entering the profession and remaining in the profession. Whilst status is already high in some countries, it remains a mid ranked profession in many, and therefore presents a real and present challenge to governments as they seek to improve the capacity of their teaching profession.“
Varkey Foundation (Hrsg.), „Global Teacher Status Index 2018“ (2018), S. 125

Österreichs Zukunftsproblem:

„‚Ein Problem ist, dass Lehrer in Österreich ein schlechtes Prestige haben.‘ Der Beruf brauche mehr Prestige, um die am besten geeigneten Lehrer anzulocken.“
Mag. Dr. Roland Bernhard, Universität Salzburg, Der Standard online am 27. März 2019

Eine Frage der gesellschaftlichen Einordnung:

„Many of the high-performing countries share a commitment to professionalised teaching in ways that imply that teachers are accorded the same status as other highly-regarded professions.“
OECD (Hrsg.), „Teacher Remuneration in Latvia. An OECD Perspective“ (2014), S. 47

Wertschätzung und Vertrauen!

„Unseren Lehrerinnen und Lehrern, die tagtäglich in den Schulklassen stehen und in den heterogenen Klassen vor großen Herausforderungen stehen, müssen wir wieder viel mehr Wertschätzung und viel mehr Vertrauen entgegenbringen.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

„Zeit für mehr Wertschätzung“:

„Die Pädagogen hätten es generell immer schwerer, ihrem Beruf nachzugehen. Die Verantwortung der Lehrer habe zugenommen, der Respekt ihnen gegenüber sei dagegen nicht unbedingt gewachsen – und gleichzeitig sei das Image des Berufs angekratzt. ‚Deshalb ist es Zeit für mehr Wertschätzung für den Lehrerberuf.‘“
BM Mag. Gernot Blümel, Die Presse online am 7. Mai 2019

Gewalt folgt Bashing:

„Ansehen und Autorität des für die Zukunft unseres Landes wichtigsten Berufsstands werden viel zu oft gedankenlos untergraben. Mediales Lehrerbashing könnte das Feld für körperliches Bashing aufbereitet haben. Wir alle zollen dem Lehrberuf nicht den verdienten Respekt.“
Mag. Helmut Schliesselberger, Salzburger Nachrichten online am 11. Mai 2019

„Lehrerbild ganz stark stärken“:

„Wir müssen das Lehrerbild ganz stark stärken. Die brauchen eine Wertschätzung, die sie aktuell nicht bekommen.“
Ali Mahlodji, EU-Botschafter für Jugend, „Im Zentrum“, ORF 2, 12. Mai 2019

„Dort passiert die wirkliche Arbeit“:

„Ich bin in erster Linie den Lehrerinnen und Lehrern dankbar. Denn sie sind vor Ort. Dort passiert die wirkliche Arbeit.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Vorarlberger Nachrichten online am 27. Februar 2019

Dutzende bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des Images von Lehrerinnen und Lehrern für das Gelingen von Schule sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/image nachzulesen.


Kein Platz für Gewalt!

„Psychische und physische Gewalt darf an unseren Schulen keinen Platz haben. […] Ein Verhalten, das andere schikaniert, entwürdigt, darf nicht hingenommen werden.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Soziales Verhalten trainieren:

„Positive Erfahrungen habe ich mit der Einrichtung von sozialen Trainingsräumen in der Schule gemacht, in denen ein Pädagoge sich dann um den Schüler kümmert und mit ihm seine Probleme bespricht. Das hilft, alternative Verhaltensweisen zu entwickeln.“
Axel Becker, Mediator für Gewaltprävention, t-online.de am 10. Oktober 2016

MitschülerInnen und LehrerInnen verdienen Schutz:

„Bei gravierenden Verstößen gegen Verhaltensregeln sollte eine vorübergehende Suspendierung vom Unterricht zum Schutze der MitschülerInnen und auch LehrerInnen(!) viel unbürokratischer und rascher ausgesprochen werden können.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, Leserbrief an die Kleine Zeitung vom 8. Mai 2019

„Not only unavoidable, but right“

„Once available strategies have been exhausted, it can be necessary and in the student’s best interests to be somewhere their needs and behaviour can be better provided for. […] If the teacher is unable to deliver a lesson due to the continued behaviour of a student, removal is not only unavoidable, but right.“
Dr. Tom Bennett, „Creating A Culture: How School Leaders Can Optimise Behaviour“ (2017), S. 44

Recht auf Unterricht:

„Die Time-out-Klassen haben bei uns zur Beruhigung beigetragen. […] Es wird häufig das Augenmerk darauf gelegt, was mit den Störern passiert. Mir ist die Mehrheit der Schüler, die gerne lernen, wichtiger.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, Die Presse vom 15. Mai 2019

Systemische Überforderung:

„Schule erhält weder Anerkennung dafür, noch Ressourcen. Pädagogen werden mit diesem unausgesprochenen Zusatzauftrag unbedankt alleine gelassen, müssen oft ganz nebenbei noch Bezugsperson, Sozialarbeiter oder Mediator sein.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, www.news4teachers.de am 16. Mai 2016

Gewalt an Schulen:

„Wir stellen fest, dass die Fälle schwieriger und komplexer werden. Oft fehlt es an Halt. Die soziale Binde- und Haltefunktion der Familien hat abgenommen.“
Klaus Seyfried, Leiter des Schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin a. D., news4teachers.de am 23. September 2016

Mut, Grenzen zu setzen:

„‚Viele Eltern trauen sich auch nicht mehr, mal Nein zu sagen und den Kindern Grenzen zu setzen.‘ Vor allem Alleinerziehende seien häufig unsicher, weil ihnen der Partner fehle, mit dem sie über Erziehungsfragen sprechen könnten.“
Klaus Seyfried, Leiter des Schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin, news4teachers.de am 18. Oktober 2016

Eltern unverzichtbar:

„Wir brauchen natürlich die Eltern, die eine Erziehungsverpflichtung haben.“ 
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, „Im Zentrum“, ORF 2, 12. Mai 2019

Ein schlimmes Jahrzehnt „Schulpolitik“ beenden!

„Ganz wichtig wäre das Unterstützungspersonal. Es hat im Jahr 2008 Österreich auch an der TALIS-Studie teilgenommen. Da wurden die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte untersucht. Da ist Österreich wirklich als Schlusslicht dagestanden. Und dann sind wir aus der Studie ausgestiegen. […] Da wird man auf jeden Fall ansetzen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kostenneutral funktioniert.
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Bildungswissenschaftliche Aussagen zur Rolle des Supportpersonals sind auf www.bildungswissenschaft unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/support nachzulesen.


Österreich internationales Schlusslicht:

„‚Wir haben nach wie vor kein flächendeckendes Supportsystem wie in anderen OECD-Ländern.‘ […] Es gebe nicht nur eine Unterversorgung im Bereich Schulsozialarbeit, ‚die immer wichtiger wird. Wir haben auch zunehmend Kinder in den Klassen, die dringend mehr Unterstützung brauchen.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Großbritannien und USA bauten Support massiv aus:

„The United Kingdom and the United States have the highest average ratio of support staff, with 15.5 teacher aides and teaching/research assistants per 1 000 students. These two countries have experienced significant increases of learning support staff in recent years.“
Francesc Masdeu Navarro, „Learning support staff: A literature review“ (2015), S. 8

Österreich, laut TALIS-Studie letztplatziert beim Supportpersonal, stieg hingegen ganz einfach bei TALIS aus …

Support statt Kontrolle, Finnlands Weg:

„Instead of inspections and national achievement tests, resources are allocated to the main aim – promoting the interaction of teachers and students, and supporting learning.“
Irmeli Halinen u. a., „Curricular balance based on dialogue, cooperation and trust – The case of Finland“.
In: CIDREE (Hrsg.), „Balancing Curriculum Regulation and Freedom across Europe“ (2013), S. 58

Konzentration auf die Kernaufgabe ermöglichen:

„Damit sich die Lehrkräfte auf ihre Kernaufgabe, die Unterrichtsgestaltung wieder stärker konzentrieren können, wäre es sinnvoll, alle Aufgaben, die durch Verwaltungskräfte erledigt werden können, an Verwaltungskräfte zu übergeben.“
Niedersächsisches Kultusministerium (Hrsg.), „Empfehlungen zur Entwicklung arbeitszeitrechtlicher Normen
für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulleitungen an niedersächsischen Schulen“ (2018), S. 72

Jetzt auch im Nationalen Bildungsbericht(!) nachzulesen:

„Die Anforderungen der pädagogischen Praxis im Schulalltag erfordern oft Tätigkeiten, die nicht zu den Kernaufgaben der pädagogischen Arbeit von Lehrkräften gehören und über die unterrichtliche Arbeit hinaus nur bedingt leistbar sind. Um einen gelingenden Unterricht zu fördern und von unterrichtsfremden Aufgaben zu entlasten, ist pädagogisch unterstützendes Personal von Bedeutung.“
BMBWF (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2018. Band 1“ (2019), S. 94

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Der so genannte ‚Papierkram‘, also der Aufwand für Berichte, Dokumentationen, Listen und dergleichen dürfte zeitlich besonders aufwendig sein. 65,2 % sehen das so. Für fast die Hälfte der Befragten ist der Aufwand offenbar viel zu hoch. Daran kann man auch ermessen und verstehen, wie berechtigt die oft erhobene Forderung der Lehrergewerkschaft für eine bürokratische Entlastung der Lehrkräfte und auch Schulleiterinnen und Schulleiter und hinsichtlich mehr Unterstützungs- und Supportpersonal ist.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 33f

Anteil des Schulbudgets im Sinkflug:

„Vom Bildungsbudget entfielen im Jahr 2000 auf das Schulwesen 68,4 Prozent. Dieser Anteil wurde zwischen 2000 und 2016 um fast ein Fünftel auf 56,2 Prozent verkleinert.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2019, S. 5

Großartig, aber auch auf Kosten des Schulbudgets:

„Im EU-Vergleich liegt die Forschungsquote Österreichs (Bruttoinlandsausgaben für F&E in % des BIP) im europäischen Spitzenfeld: 2017 wurde der zweithöchste Wert erreicht.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Österreich. Zahlen.Daten.Fakten 18/19“ (2019), S. 66

Österreichs Schulbudget im internationalen Vergleich:

„Most OECD and partner countries (33 out of 38 countries with available data) spend more than twice as much on primary, secondary and post-secondary non-tertiary education combined as on tertiary education.“
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2015: OECD Indicators“ (2015), S. 253

Im OECD-Mittel wurde 2015 ins Schulwesen um 140 % mehr investiert als ins tertiäre Bildungswesen. In Österreich sind es inzwischen nur um 62 % mehr. (Stand 2017)

Riesiger Rückstand bei den Rahmenbedingungen:

„‚Das Verhältnis von Lehrkräften zu pädagogisch-unterstützendem Personal beträgt 29:1 und jenes von Lehrkräften zu administrativem Personal 25:1.‘ Im Vergleich dazu kommt etwa in Dänemark auf zehn Lehrpersonen eine Supportstelle. Der OECD/EU-Schnitt liegt bei 16:1. Würde sich Österreich an diesem orientieren, so müssten hierzulande an die 13.500 zusätzliche Posten im Schulsupport geschaffen werden, wiederholt Kimberger eine langjährige Gewerkschaftsforderung.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Bildungswissenschaftliche Zitate zum Supportpersonal im internationalen Vergleich sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/support nachzulesen.


Pädagogische Interventionsmittel notwendig:

„Wenn die Gespräche mit Lehrkräften, Klassenvorstand, Eltern, Direktion nichts nützen, dann gibt’s im Moment wirklich nur Zahnloses. […] Wenn man gesehen hat, wie diese Schüler agieren, dann hat man das Gefühl: Die wissen, es passiert ihnen nichts. Die fühlen sich so sicher in ihrem Verhalten, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Da braucht die Schule auf jeden Fall stärkere Maßnahmen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Hilflose Beschwichtigungspolitik beenden!

„1323 ‚Einzelfälle‘ von Körperverletzungen, Nötigungen und gefährlichen Drohungen an Österreichs Schulen wurden im Jahr 2018 zur Anzeige gebracht […]. Hier noch zu behaupten, man habe das Thema Gewalt an Schulen gut im Griff, ist ein weiterer ärgerlicher Beschwichtigungsversuch.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, Leserbrief an die Kleine Zeitung vom 8. Mai 2019

Keine Toleranz gegenüber Gewalt!

„Für gewalttätiges Verhalten in der Schule darf es keine Toleranz geben.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019

Mehr Verbindlichkeit für Regeln:

„Erziehungsideale und -modelle müssen überprüft werden. Es gilt, kritisch zu hinterfragen, ob deren hoher Anspruch auf Freiwilligkeit, Einsicht und Selbstständigkeit die aktuell vorhandenen Fähigkeiten sozial behinderter junger Menschen in vielerlei Hinsicht überschätzt.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 11

Grenzen und Geborgenheit:

„Ohne einen sicheren Zaun, der einen altersgerechten Spielplatz strukturiert und Geborgenheit für die anstehende Exploration des umgebenden Raums bietet, müssen Kinder beständig das Ende der Welt oder wenigstens einen festen Punkt suchen.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, „Der Tyrannenkinder-Erziehungsplan“ (2018), S. 323

Prägung im Elternhaus:

„Jugendliche, die in sehr positiven familiären Umständen aufgewachsen sind, haben zu 3,8 % in den letzten zwölf Monaten eine Gewalttat ausgeführt; zu 0,7 % gehören sie den Mehrfachgewalttätern an. Bei Jugendlichen in sehr negativen familiären Umständen liegen die Raten mit 18,4 bzw. 6,8 % um ein Vielfaches höher.“
Univ.-Prof. Dr. Christian Pfeiffer u. a., „Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland“ (2018), S. 39f

Recht auf lernförderliches Klima:

„Unsere Kinder müssen in einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre lernen können.“
DI Anne Mautner Markhof, Präsidentin des Hauptverbands der Katholischen Elternvereine Österreichs, Mag. Elisabeth Rosenberger,
Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019

Lernförderliches Klima schaffen:

„Unterrichtsstörungen und Disziplinprobleme zählen […] zu den größten Kräfteräubern für die Lehrpersonen und behindern zugleich die ganze Klasse bei ihrer Lernarbeit. Deswegen benötigen Lehrerinnen und Lehrer effektive Methoden, um störendes Verhalten zu unterbinden und lernförderliches Verhalten zu stärken.“
Helmut Heyse u.a., „Kollegien stark machen. Schulen erfolgreich entwickeln“ (2018), S. 249f

Schule wieder zum Ort des Lehrens und Lernens werden lassen:

„School safety and classroom disciplinary climate have a direct impact on teachers’ ability to teach and students’ ability to learn. The more time teachers spend on classroom management, the less they are able to direct their efforts toward the teaching and learning practices.“
Paul Cahu u. a., „Does School Safety and Classroom Disciplinary Climate Hinder Learning?“ (2019), S. 2

Schule braucht Unterstützung von außen:

„Wenn im Unterricht so viel Zeit gebraucht wird, um überhaupt Ordnung herzustellen und einen Unterricht zu ermöglichen, dann braucht es Unterstützung von außen. Das können Lehrkräfte nicht allein stemmen. Sie sind keine ausgebildeten Sozialarbeiter.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Wertschätzung für die Bedeutung der Eltern:

„An increase in the valuing of parenting and the social norms to support good parenting - establishing norms which respect and enable parents as first teachers - will both aid child development and provide the necessary foundations, for example, for further enabling early education and health, education and family services staff to engage parents.“
Dr. Stacey Fox, „Better Systems, Better Chances“ (2015), S. 79

Fundament der Bildung:

„Children who have a solid grounding in early developing skills are in a better position to gain from instruction that is focused on more advanced skills. Learning letter words and sounds supports the development of vocabulary and the capacity to share well-formed narratives, while learning to count supports children’s understanding of mathematical concepts such as cardinality, relative size, and problem-solving (calculating, measuring) skills.“
Dr. Margaret R. Burchinal, „The Current State of Scientific Knowledge on Pre-Kindergarten Effects“ (2017), S. 23

Frühe Spracherfahrungen:

„Children’s early language exposure impacts their later linguistic skills, cognitive abilities, and academic achievement, and large disparities in language exposure are associated with family socioeconomic status (SES).“
Dr. Rachel R. Romeo u. a., „Beyond the 30-Million-Word Gap: Children’s Conversational Exposure Is Associated With Language-Related Brain Function“.
In: „Psychological Science“, 2018, Vol. 29(5), S. 700

Zeit und Geborgenheit:

„Parents who invest time reading to their children are likely to have children with more extensive vocabularies. Similarly, a secure attachment in infancy enhances social, cognitive and emotional skills in later life.“
Social Mobility Commission (Hrsg.), „Helping Parents to Parent“, 20. Februar 2017, S. 11

San Francisco:

„Parents of pre-school children in San Francisco received three informational text message reminders per week with simple information about key components of early childhood learning and practical tips for initiatives they could implement at home to support their child’s learning. The programme significantly increased home literacy activities and parental involvement as well as some aspects of student learning.“
Univ.-Prof. Dr. Mette Trier Damgaard u. a., „The use of nudges and other behavioural approaches in education“ (2017), S. 22

„Critical for early learning outcomes”:

„Parents’ behaviours and the home learning environments they create are critical for early learning outcomes: In addition to direct expenditures on their children, parents invest in their children through the quality of the interactions they have together. […] Findings from the United Kingdom suggest the home learning environment is in fact the strongest predictor of early literacy. Access to developmentally-appropriate books, toys and cultural resources promotes early learning and may be particularly important for supporting children with weak early language skills.“
Dr. Elizabeth A. Shuey u. a., „The Power and Promise of Early Learning“ (2018), S. 41

Ergebnis der „Vorlesestudie 2015“:

„Vorlesen stärkt gesellschaftliches Miteinander. 85 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, besitzen nach Aussage ihrer Mütter einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, aber nur 40 Prozent derjenigen, denen selten oder nie vorgelesen wurde.“
Stiftung Lesen (Hrsg.), „Vorlesen – Investition in Mitgefühl und solidarisches Handeln“ (2015), S. 44

„The most productive input”:

„Dozens of studies have demonstrated many differences in the way advantaged and disadvantaged parents engage their children and how these differences matter to children’s adult success. Among other things, advantaged parents spend more time, in particular on educational activities, with their children and produce more cognitively stimulating home learning environments. […] The gaps in parental time investment are important because research suggests that spending time with a child has a direct and causal effect on children’s cognitive test scores and that it is the most productive input for cognitive skill development.“
Univ.-Prof. Dr. Susan E. Mayer u. a., „Using behavioral insights to increase parental engagement“ (2015), S. 4f

Das Elternhaus als erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Eltern können viel tun, um Bedingungen zu schaffen, unter denen ihre Kinder viele Erfolgserlebnisse haben. Eine wichtige Strategie besteht darin, mit ihnen an unterhaltsamen, aber stetig anspruchsvolleren Aufgaben zu arbeiten – ob es nun darum geht, Klavierspielen zu lernen, mit Klötzchen und Legosteinen zu bauen oder auf einem Spielturm herumzuklettern.“
Univ.-Prof. Dr. Walter Mischel, „Der Marshmallow Test. Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit“ (2015), S. 336

Ansetzen, wo die Chancen vergeben werden:

„There is clear evidence that children’s life chances are influenced by their families and communities and that they are able to be changed for the better.“
Dr. Stacey Fox, „Better Systems, Better Chances“ (2015), S. 1

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des familiären Umfelds sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld nachzulesen.


857 „Einzelfälle“ …

„Laut Ministerium gab es vergangenes Schuljahr österreichweit 857 Polizeieinsätze an Schulen – die meisten in Wien und die meisten wegen Konflikten unter Schülern.“
Die Presse online am 7. Mai 2019

Ergebnis einer Befragung 15-Jähriger in allen niedersächsischen Schulformen:

„Fast jeder zweite Schüler gab an, im vergangenen Schulhalbjahr gehänselt, ausgeschlossen oder ignoriert worden zu sein (48,3 Prozent). Noch etwas mehr berichteten von Cybermobbing im selben Zeitraum (49,3 Prozent).“
Der Spiegel online am 1. April 2019

Messer, Schlagring oder Schlagstock:

„Obwohl es in Niedersachsen grundsätzlich verboten ist, solche Gegenstände mit in die Schule zu bringen, gaben 7,8 Prozent der Schüler an, sie gelegentlich oder sogar häufig auf dem Schulgelände dabeizuhaben. 2013 und 2015 lag der Anteil bei knapp unter sechs Prozent. In der Freizeit führte 2017 sogar gut jeder fünfte Jugendliche (21,8 Prozent) mindestens ab und zu ein Messer, einen Schlagring oder einen Schlagstock mit sich.“
Der Spiegel online am 1. April 2019

Höchste Zeit zu handeln:

„Die Lehrkräfte fühlen sich oft allein gelassen. […] Wir müssen handeln und etwas tun.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP-Wien, meinbezirk.at am 7. Mai 2019

Wegschauen beenden!

„Warum verschloss die Schuldirektion die Augen? Wusste die Bildungsdirektion nichts?“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, meinbezirk.at am 7. Mai 2019

„Schulpolitik“ des Vertuschens:

„Nicht selten gibt der Stadtschulrat, also seine Bezirksschulinspektoren, die Empfehlung, über Gewalt gegenüber Lehrern und unter Schülern zu schweigen, ganz besonders in der Öffentlichkeit. Vor allem wenn die Gewalt von Migranten oder Flüchtlingen ausgeht. Mit Sicherheit spielt auch dabei eine Rolle, dass das Bekanntwerden von Gewaltvorfällen an Schulen und politischen Gegnern nützen könnte.“
Susanne Wiesinger, „Kulturkampf im Klassenzimmer“ (2018), S. 136f

Vogel-Strauß-Politik beenden!

„Es handle sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein ‚massives Problem, das immer weiter um sich greift. Wir müssen alles daransetzen, dass Gewaltdelikte an Schulen der Vergangenheit angehören.‘“
Mag. Barbara Fruhwürth, Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien, kathpress online am 6. Mai 2019

Der Gewalt keinen Nährboden!

„Zwar handle es sich um eine Minderheit, die Lehrer terrorisiere, trotzdem müsse mit voller Stärke durchgegriffen werden. Auch der Rechtsstaat sei bei derartigen Übergriffen gefragt. ‚Gewalt in der Schule – egal von welcher Seite – müssen wir unterbinden. Sonst ist es in zehn Jahren kein Schulproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 6. Mai 2019

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Ca. die Hälfte alle Befragten stellen eine gewisse Hilflosigkeit der Eltern bei der Kindererziehung bzw. einen ‚problematischen‘ Erziehungsstil der Eltern fest […] Dazu kommt noch, dass sehr viele Lehrkräfte den Eindruck haben, dass die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten die Erziehungsaufgabe (übermäßig) an die Schule ‚abwälzen‘, dass also seitens des Elternhauses zu wenig Unterstützung in diese Richtung kommt.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 44

Grenzen erfahren lassen:

„Eltern sollten immer als Erzieherpersönlichkeiten auftreten, die klar und deutlich sagen, wo die Grenzen liegen. Ob das jetzt das Trotzalter ist oder die Pubertät: Unser Nachwuchs hat das Recht aufzubegehren, er will sich austesten und an uns reiben.“
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und vielfacher Buchautor, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. April 2019

Nichts geht ohne die Eltern!

„Das sollte angesichts einer zunehmenden, politisch beförderten ‚Verstaatlichung‘ von Bildung und Erziehung betont werden, nichts geht ohne die Eltern, die aus erziehungswissenschaftlicher Sicht zu Recht laut Grundgesetz die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen haben.“
Univ.-Prof. Dr. John Hattie u. a., „Visible Learning. Auf den Punkt gebracht“ (2018), S. 141

Befund aus den USA:

„College-educated parents engage more strongly in intensive parenting, with its emphasis on spending time with children and on dads sharing child care responsibilities.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 128

Interaktives Vorlesen:

„More than twice as many mothers with a university degree read aloud to their children than mothers who do not complete secondary education. Moreover, the former have been found to read to their children using an interactive style that involves the children in the reading, and they also ask more 'why' questions.“
Dr. Luisa Araújo u. a., „Home book reading and reading achievement in EU countries“. In: „Educational Research and Evaluation“, 2015, Vol. 21, S. 425

Ergebnis der „Vorlesestudie 2015“:

30 Prozent der Kinder wurde, als sie noch klein waren und noch nicht lesen konnten, von ihren Eltern nicht einmal „einmal in der Woche“ vorgelesen, der Hälfte von ihnen sogar „nie“.
Quelle: Stiftung Lesen (Hrsg.), „Vorlesen – Investition in Mitgefühl und solidarisches Handeln“ (2015), S. 10

Die Studie stammt aus Deutschland, die Aussagen von Müttern, deren Kinder bei der Befragung 8 bis 12 Jahre alt waren.

Geschlechterdifferenz:

„Besonders für Buben, die insgesamt häufiger von Problemen beim Lesenlernen berichten als Mädchen, macht das elterliche Vorlesen einen großen Unterschied für den eigenen Leseerfolg, sie profitieren noch mehr als Mädchen. Auch ist interessant, dass nicht nur das Lesen selbst leichter gelingt, sondern Schüler/innen mit Vorleseerfahrung lieber zur Schule gehen als andere.“
Mag. Dr. Christine Geserick. In: ÖIF (Hrsg.), „beziehungsweise“ vom Mai 2019, S. 7

Frühkindliche Prägung:

„The antenatal period and children’s first three years are crucial to building strong foundations and establishing the competencies that lead to the development of essential relational, self-regulation and problem-solving skills.“
Dr. Stacey Fox, „Better Systems, Better Chances“ (2015), S. 4

Lesen öffnet Tore:

„The first book you read opens a whole new set of operational skills and cognitive possibilities.“
Dr. Joanna Sikora u. a., „Scholarly culture: How books in adolescence enhance adult literacy, numeracy and technology skills in 31 societies“.
In: „Social Science Research“ 77 (2019), S. 3

„Positive upwards spiral“:

„Children who like to read, read more. Because they read more, they read better, and because they read better, they enjoy reading more. It is crucial, therefore, to create this positive upwards spiral.“
EU-Kommission (Hrsg.), „EU High Level Group of Experts on Literacy. Final Report“ (2012), S. 68

Schule „Reparaturbetrieb der Gesellschaft“:

„Wir müssen uns mit der Frage befassen, ob Schule nicht längst zum Reparaturbetrieb der Gesellschaft geworden ist. Dafür gibt es Anhaltspunkte.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin Baden-Württembergs, Südwest Presse online am 2. April 2019

Wie wahr!

„Ziel muss es sein, die Wertschätzung der Eltern für eine gute Bildung und Ausbildung ihrer Kinder zu steigern und sie viel stärker als Partner der Schulen in die Verantwortung zu nehmen.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft. In: AKV (Hrsg.),
„Die neuen Herausforderungen für Schule und Bildung“ (2018), S. 43

Bildungswissenschaftliche Zitate über die hohe Bedeutung des Lesens sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-k-bis-l/lesen nachzulesen.


Ergebnis einer Befragung 15-Jähriger in allen niedersächsischen Schulformen:

„2017 gab mehr als jeder vierte Schüler (27,2 Prozent) an, verprügelt oder - viel seltener - sexuell belästigt, ausgeraubt oder erpresst worden zu sein.“
Der Spiegel online am 1. April 2019

Folgen fehlender Bindung im Baby- und Kleinkindalter:

„‚Die Schwere der psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen nimmt eindeutig zu.‘ So seien 12-Jährige mit Suizidversuchen und dissozialem Verhalten keine Seltenheit mehr.“
Dr. Michael Merl, Primar der Kinder- und Jugendpsychiatrische Abteilung im Kepler-Uniklinikum, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Dezember 2018

„Schulreife“:

„So viele Kinder wie noch nie zuvor verfügen mit dem Eintritt in die sogenannte Schulreife noch nicht einmal über ausreichendes Selbstmanagement, um überhaupt einem Unterricht folgen zu können, sind also schwer beschulbar. Dabei geht’s nicht um kognitive Intelligenz, sondern um solche Dinge wie Selbstorganisation, etwas unmittelbare Bedürfnisverschiebung, Ablenkbarkeit, Aufmerksamkeit in der Kommunikation oder Impulskontrolle.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, www.news4teachers.de am 16. Mai 2016

Möglichkeiten der Schule begrenzt:

„Mit Blick auf das Elternhaus lässt sich festhalten, dass es einen großen Einfluss auf die schulische Leistung hat, die mit strukturellen Veränderungen von Schulen nicht maßgeblich beeinflusst werden kann. Insofern ist eine intensive Kooperation auf Augenhöhe zwischen Lehrpersonen und Eltern unerlässlich. Dort, wo sich diese Kooperation zum Wohl des Kindes nicht herstellen lässt, stößt auch die Arbeit von Lehrpersonen an Grenzen.“
Univ.-Prof. Dr. John Hattie u. a., „Visible Learning. Auf den Punkt gebracht“ (2018), S. 57

Leider viel zu lang:

„Schon lang gehört Lehrer-Bashing zum guten Ton. Dabei wird völlig vergessen, dass das stetig sinkende gesellschaftliche Ansehen der Lehrer für Österreich zunehmend zum Problem wird. Das macht sich in den Klassenzimmern bemerkbar, wenn Schüler ihren Lehrern keinen Funken Respekt mehr entgegenbringen, weil die Eltern in den Gesprächen zu Hause aus ihrer Ablehnung gegenüber den Pädagogen kein Geheimnis machen.“
Mag. Julia Neuhauser, Die Presse online am 30. Juni 2016

Wachsendes Problem:

„Wir haben sehr engagierte Eltern, die sich einbringen, die ganz aktiv zum Schulleben beitragen. Aber manche Eltern ziehen sich da auch sauber raus. Wir haben eine wachsende Zahl von Eltern, die sich von ihrem Erziehungsauftrag und vom gemeinsamen Wirken mit Lehrern verabschiedet haben.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin Baden-Württembergs, Südwest Presse online am 2. April 2019

„Halt- und Orientierungslosigkeit“:

„Erziehung hat mit Beziehung zu tun, mit beharrlicher Beziehungsarbeit, die nicht immer harmonisch ist. Wer sich aus der Erziehung zurückzieht, lässt seine Kinder allein, macht sie halt- und orientierungslos.“
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und vielfacher Buchautor, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. April 2019

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Besonders wirkungsvoll wären etwa die aus anderen Ländern bekannten Time-Out-Klassen, in denen Schüler/innen, die in der Großgruppe nicht mehr tragbar bzw. beschulbar sind und auch die Mitschüler/innen vom Lernen abhalten, zumindest eine Zeit lang von Sozialpädagoginnen und -pädagogen oder auch speziell geschulten Lehrkräften in Kleingruppen unterrichtet werden.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 156

„Eine der schwierigsten und zugleich entscheidendsten Fragen“:

„Die Aufgabe, jungen Menschen die Regeln unseres Rechtsstaates und einer freien, offenen Gesellschaft zu vermitteln, geht uns alle an. Es ist eine der schwierigsten und zugleich entscheidendsten Fragen unserer heutigen Gesellschaft.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 12

Seit fast 2 Jahrzehnten bekannt, aber von Österreichs „Schulpolitik“ bisher ignoriert:

„There is indeed a robust correlation between the disciplinary climate measure derived from the PISA questionnaire and students’ performance as measured by the same survey. A robust positive relationship between disciplinary climate and students’ performance has been observed since the first wave of the PISA survey in 2000.“
Paul Cahu u. a., „Does School Safety and Classroom Disciplinary Climate Hinder Learning?“ (2019), S. 8

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zum Sozialverhalten, seinen Ursachen und Auswirkungen sind auf www.bildungswissenschaft.at unter  http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/disziplin nachzulesen.


„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„In der letzten Dekade wurde aus Sicht der Betroffenen sehr viel am Schulsystem ‚herumexperimentiert‘, eine – oft wenig gut durchdachte oder zumindest (z.B. ressourcenmäßig) konsequent zu Ende gedachte – Reform jagte die nächste, ein Reformpaket das andere.“
Mag. Dr. Jörg Spenger u. a., „Under pressure. Berufsvollzugsprobleme und Belastungen von Lehrpersonen. Eine empirische Studie.“ (2019), S. 152

Drohender Kollaps:

„Durch zu rasche und zu viele Reformen auf einmal wurden von drei SPÖ-Bildungsministerinnen viele bildungspolitische Baustellen aufgerissen. Diese gilt es nun – unter geänderten politischen Vorzeichen im Bildungsministerium – rasch zu beheben. Andernfalls droht tatsächlich der Kollaps.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“.
In: AKV (Hrsg.), „Die neuen Herausforderungen für Schule und Bildung“ (2018), S. 21

Politische Verantwortlichkeit:

„Der Anspruch an die Pädagoginnen und Pädagogen, meine Damen und Herren, ist in den letzten Jahren massiv gestiegen – unter anderem deshalb, weil der Unterricht in den Klassen mit einer steigenden Heterogenität einhergeht.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL, Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft
und seit Juni 2018 NR-Abgeordnete, Nationalratssitzung vom 12. Dezember 2018

Hochrisiko-Beruf:

„It has been recognized that being a teacher is a demanding and sometimes even exhausting job. […] Compared to other professions, teaching in fact poses a relatively high risk of burnout.“
Dr. Melanie M. Keller u. a., „Teachers’ emotional experiences and exhaustion as predictors of emotional labor in the classroom“.
In: „Frontiers in Psychology“ vom Dezember 2014

Systemimmanente Überlastung:

„Auch wenn viele Lehrkräfte mit reichlich Elan in ihren Beruf starteten, immer früher entwickelt sich diese Tätigkeit zu einer großen Belastung. Ständig geraten sie zwischen die Fronten schulorganisatorischer Notwendigkeiten, störenden Verhaltensweisen von Schülern und überzogenen elterlichen Forderungen.“
Dr. Albert Wunsch, Erziehungswissenschaftler, Berliner Umschau vom 8. Mai 2014

Der Blick von außen:

„Seit ein paar Jahren bin ich extrem froh, dass ich nicht Lehrerin geworden bin.“
Vea Kaiser, NEWS vom 1. März 2019, S. 66

Offen und ehrlich gefragt:

„Wer übernimmt die Verantwortung für all den Kram, den wir in den letzten Jahren ausbaden mussten?“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, GBW-Tagung „Time for Change?
Teil II: Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019 

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