Gudrun Pennitz' Wochenspiegel - Kommentar (10.01.2020)

Je größer die Angst, desto besser die PISA-Leistung
Ich galt als gute Schülerin, und dennoch war Angst mein beständiger Wegbegleiter durch die Schulzeit. Meine MitschülerInnen und ich hatten Angst vor den Launen einzelner Lehrkräfte, Angst vor schlechten Noten, Angst, nicht genug gelernt zu haben. Eigenartigerweise funktionierte diese Angst gleichzeitig auch als mein Antriebsmotor. Ich arrangierte mich mit ihr, denn sie war normal.
Googelt man heute den Begriff „angstfreies Lernen“, erzielt man 435.000 Treffer. Viele Einträge verweisen auf pädagogische Literatur zu diesem Thema, denn seit Jahren herrscht Konsens darüber, dass die Schule ein angstfreier Ort zu sein hat. Als Lehrerin bejahe ich dieses Ideal aus tiefster Überzeugung – so wie offenbar viele meiner KollegInnen. In Österreich haben 15-Jährige unter allen OECD-Staaten (hinter den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz) am viertwenigsten Angst vor dem Versagen.
Umso aufsehenerregender erscheint mir daher, was Detailauswertungen von PISA 2018 aufgedeckt haben:...
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